Das Bier gewinnt!

Ab heute ist Schluss mit lustig. Die ungestörten Überholmanöver auf dem Tabellenhighway to Hell sind Geschichte: Borussia Dortmund startet wieder in den Trainings- und Ligabetrieb. Mit sicherlich exakt ausgewogener Anzahl an Spielern, um allen Auflagen gerecht zu werden. Fünf Spiele gegen drei Spiele bei zwei Punkten im Voraus: Die Karten liegen weitestgehend auf dem Tisch. Vielleicht sollten wir spätestens Sonntag vor dem zeitgleichen Anpfiff beider relevanten Spiele in Köln und Straelen eine Runde Diazepam für alle schmeißen, um die mittlerweile doch arg strapazierten Nerven in den Griff zu bekommen.

Vorher aber haben unsere Roten noch eine andere Aufgabe zu bewältigen: Heute Abend geht es ab 19:00 Uhr gegen den Sportverein 1919 Straelen e. V im „Europapokal Vier“ (früher mal als Niederrheinpokal bekannt) um den Einzug in das Finale. Das zweite Halbfinale bestreiten zudem der Wuppertaler SV und der MSV Duisburg. Immer öfter nun stellt sich die Frage der Belastungssteuerung unser arg strapazierten Fußballer. Oder der einer möglichen Rotation. Ordnet man das Halbfinale dem Ligaspiel am Sonntag unter oder doch nicht? Und warum hatten wir keinen Frühling?

Wir können sicher darauf vertrauen, dass unser Trainerteam natürlich auch heute auf Sieg stellt, um ins Finale durchstecken zu können. Daher sollten die Körner einmal mehr reichen, um mit den Spielerpässen in die Schnittstelle zu kommen. Im Ernst und abseits der Phrasendrescherei: Heute ist Pokal und der hat seine eigenen Gesetze…

Die Spiele als Freilos im DFB Pokal haben uns allen nicht nur unvergessene sportliche Momente beschert, sondern natürlich auch Bares für rare Zeiten in die Kassen gespielt. In Zeiten der Pandemie ein unverhoffter Baustein, der Rücklagen schafft und Möglichkeiten bietet. Alles in allem ein gern durchlebtes Szenario, welches man auch für die kommende Saison gerne wieder mitnehmen möchte. Somit auch hier: Niemals aufgeben!

Der heutige Gegner aus Straelen übrigens Sonntag der Erste der „glorreichen Fünf“ gegen den BVB und somit auch ein Zünglein an der Waage Aufstieg. Das dachte sich wohl auch das stets rührige Team von jawattdenn und hat sich intern überlegt, wie man Fußballer immer noch am Besten dafür motivieren kann, ein Spiel zu gewinnen. Hier kommt als Ergebnis nach vielen Zoom-Meetings die alte Kreisliga Wahrheit „Das Bier gewinnt“ ins Spiel: Was hat Rot-Weiss Essen, was andere nicht haben? Außer „Alles natürlich“ kommt direkt danach unser gutes Stauder als unschlagbares Argument! Weder in Straelen, Wuppertal, Rödinghausen oder Bergisch-Gladbach gibt es meines Wissens eine eigene Brauerei. Und Homberg als Stadtteil von Duisburg dürfte unter KöPi genug leiden.

Die Motivation war also schnell gefunden, beschlossen und verkündet: Derjenigen Mannschaft, die es schafft, gegen Borussia Dortmund einen Punkt zu holen, winken 50 Liter Stauder. Sorgt der Anreiz Stauder gar für richtig flüssige Beine und solch perlende Kombinationen, so dass es zu einem Sieg gereicht, werden sogar 100 Liter Stauder ausgelobt. Das ist natürlich kein unlauterer Wettbewerb, aber allemal eine Hommage an Fußballligen, in welchen sportliche Dinge im Nachgang stets bei einer Kiste Bier geklärt wurden und hoffentlich bald wieder werden. Die Stutzen dabei schon auf Halbmast, aber noch so hoch, so dass die Schachtel Kippen darin Halt finden kann.

Liest man nun quer durch alle Rot-Weissen Kanäle, so findet sich eine solch breite Unterstützung für die Idee der jawattdenns, so dass die Mannschaften mit Punktgewinnen gegen den BVB ihre Saisonabschlussfeier fast in trockenen Tüchern haben dürften. Von Grillwürstchen über weitere Stauderspenden bis hin zu Zwiebeln ist alles dabei. Da dürfte sich das Engagement auf dem Feld endlich einmal so richtig lohnen. Was ist schon eine Siegprämie allein, wenn man dazu noch die kleine Persönlichkeit bekommen kann? Und natürlich plündert auch „ISDT“ als „Hangaround“ von jawattdenn seine Vereinskasse, und ist mit einer Kiste Stauder im Falle von Unentschieden oder Sieg dabei.

Viel mehr können wir aktuell leider nicht tun, um unsere Mannschaft auf unsere Weise zu unterstützen. Den Fußballgott allein anzubeten bringt gerade auch nicht wirklich viel. Zum einen ist der eh nie da, wenn man ihn braucht, und zum anderen dürfte er schon unter einem unheilbaren Burnout leiden, was seinen Auftrag DFB angeht. Aber, wir sollten nicht nur kritisch sein: Das mit Schalke hat er endlich mal hinbekommen. Wurde ja auch Zeit!

Jetzt geht es in die finale Phase, die allen noch einmal so richtig alles abverlangen dürfte. Auf dem Rasen und vor den Monitoren. Hoffnung im Mai, ein lange nicht mehr gekanntes Gefühl.

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