Erwartung und Erfüllung

Was meine Erwartung vor diesem Pokalabend gegen den 1.FC Kaiserslautern unter Flutlicht anbelangte, so war mir klar: ich hatte gar keine. Ich „litt“ immer noch unter dem atmosphärischen Trauma Braunschweig, bei dessen Bewältigung mir ja noch der heimische leidgeprüfte SV Eintracht im NfV Pokal half. Und trotzdem war ich nervöser als sonst. Schließlich galt es ja auch einen fundierten Fussballkenner alias „Willy“ in die Materie „Hafenstrasse“ einzuführen. Und die Wucht der Ablehnung gegenüber leidenschaftslosen Fussball steckte mir selbst auch noch in den (Gefühls)Knochen. Und dann bezeichnete sich das Rot-Weisse Urgestein und dritter im Auto selbst auch noch als gesundheitliches Wrack. Aber erstens kommt es ja anders und zweitens als man oder ich denkt. Das ist ja eigentlich das unbeschreiblich faszinierende am Fussball: Da kannst Du Dir vorher tagelang die Köpfe heissreden und über jeden Grashalm und unmögliche Gewinnoption diskutieren und anschliessend ist alles Makulatur. So auch gestern Abend: Von Beginn an gab es die perfekte Verbindung zwischen leidenschaftlichen Kampf auf dem Rasen und leidenschaftlicher Anfeuerung auf den Rängen. Von den Pfälzern war dagegen kaum etwas zu sehen und noch weniger zu hören. Bei dieser Atmosphäre und den Erfolg beim Stande von zwischenzeitlich 2:0 vor Augen konnte ich auch wirklich gut auf die Verlängerung und ein mögliches weiteres Elfmeterschiessen verzichten. Zu spannend das Spiel und noch spannender das Szenario, als der Anschluß zum 1:2 fiel. Puh, das waren Schlussminuten, die das ehrwürdige Gemäuer erzittern ließ, dem Schiedsrichter noch einen kleinen Extraauftritt in Form von 3 Minuten + 1x Rot gönnte, drei Tribünen zum Toben brachte und auch irgendwann endlich den Schlusspfiff. Einen fundierten Spielbericht, von denen die das viel besser können als ich, gibt es wie immer unter http://www.jawattdenn.de/. Zudem die gewohnten Bilder und 10 Minuten einer bewegten „Humba“. Gänsehautfeeling. Ach, vor dem Spiel sträubten sich mir eher die Nackenhaare, als ein Duo den Gassenhauer : „No woman in Kray“ zum Besten gab. Aber ganz ehrlich: Den Bob Marley Klassiker von Ruhrbarden unter Einbeziehung der verschiedenen Essener Stadtteile dargeboten zu bekommen: Beim dritten Refrain habe ich dann doch mitgesungen. Also ich glaube, unser „Willy“ hatte seinen Spaß, Peter bekommen wir auch wieder hin und ich weiss nun langsam, dass der Fussball an der Hafenstrasse so ziemlich alle Facetten bietet, die ein Leben zu bieten hat: Zwischen Himmelhoch jauchzend und zu Tode betrübt. Schön. Hier bin ich Mensch, hier darf ich’s sein…….

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