Monatsarchive: November 2007

Der Boss

Nee, nicht mehr der Helmut mit Nachnamen Rahn. Es gibt noch einen musikalischen Boss. Der heisst Bruce Springsteen und hat zusammen mit seiner E-Street Band ein neues Album herausgebracht. Es heisst „Magic“ und ist auch so. Ich glaube, wer einmal das grosse Glück gehabt hat, den „Boss“ nebst Ehefrau, Clarence Clemens und vielen anderen Top Musikern live gesehen zu haben, der muss diesen sympathischen Menschen einfach mögen. Eine unglaubliche Ausstrahlung und wahnsinnige Präsenz ohne Blick auf die Uhr „on stage“. Da wird mal eben locker 3 Stunden zusammen Party gemacht. Das nebenbei auch noch das Wirken von „Georg Dabbelju“ sehr kritisch hinterfragt wird: Umso besser. „The River“ konnte aber auch diesmal nicht getoppt werden. Auf jeden Fall nutze ich die halbe Stunde zwischen Gronau und Nordhorn momentan gut aus. Muss auch, denn der Lärmpegel im Dienst braucht Entlastung oder Ablenkung. Und das Warten auf das „Joshua Tree Paket“ wird somit auch gut abgefedert.

Funkstille

Eine harmlose Umschreibung für das Geschehen im Forum unseres heimischen SV Eintracht. Im Roulette würde es wohl heissen: „Nichts geht mehr“. Im Schnitt alle vier Tage ein neuer Eintrag, aber ansonsten nicht wirklich viel, was meine Funktion als Moderator spannender gestalteten könnte. Schade eigentlich, denn nichts ist schlimmer als das Desinteresse an einer Sache. Und nun ist ja auch noch die Kollegin aktiver Handballfan geworden. Aber, wer könnte es ihr verdenken: Europapokalheimspiel in einer warmen Halle oder Tabellenletzter der vierten Liga,Heimspiel im nasskalten November…..wo geht man schon vernunftsmässig eher hin? Egal, ich freue mich um jede neue Fanseele, die nun die eigenen „Da muss ich hin“ Probleme besser versteht und der man nun den ein oder anderen getauschten Dienst zurückgeben kann. Im Fanforum von RWE dagegen ist wie üblich jede Menge los, der Ton rau aber durchaus herzlich und das Beste: „Man“ wird gelesen und bekommt sogar Antworten. Ein ganz anderes Gefühl. So geht es auch Abseits von RWE um viele andere Dinge. So zum Beispiel um das Design der EM Trikots für das kommende Turnier unserer Nationalmannschaft. Meine Güte, wer hat denn da seinen schwarzen Edding verloren? Ich persönlich finde das Trikot völlig misslungen und trage dann halt meine dicke Baumwolle anno 54 weiter. Um die Trikotfrage kurz abzurunden: Die beiden schönsten Nationaltrikots abseits des „klassischen“ in weiss mit DFB Adler sind für mich das EM Trikot von 1996 und das letzjährige zur WM 2006. Absolut hässlich dagegen das Weltmeistertrikot von 1990 und das von 1994. Aber gut, der berühmte Sack in China wird trotzdem umfallen und ich mit Sicherheit kein weiteres Nationaltrikot kaufen. Mein Problem ist eher das, ob die Engländer die Qualifikation schaffen. Denn ein grosses Nationenturnier ohne England stelle ich mir traurig vor. Oder die Schotten springen in die drohende Lücke.

Diskussionsbedarf

Istzustand bei mir momentan in Anbetracht der Jahreszeit: Lichterkette statt Viererkette. Nun sind wir aber noch nicht so weit, um uns schon vollends in die Vorweihnachtszeit zu stürzen, aber die Dunkelheit kann „stimmlich“ schon mal durch dieses unterschätzte Medium Lichterkette aufgehellt werden. Erleuchtung, die brauchen wir anscheinend auch, wenn wir uns mal so im Fussball umgucken: „La dolce vita“, das süße Leben. Eine Metapher, die in Italiens Fussball dieser Tage eher mit Bitterkeit denn mit Süßem behaftet ist. Verlor Anfang des Jahres ein Polizist sein Leben, tat dies nun ein Fan. Das Spiel, welches besucht werden sollte, fand noch garnicht statt. Ein Verlust eines Menschenlebens, der nicht hätte sein müssen, es geht NUR um Fussball. Ein Verlust, der aber auch viele Gewalttaten am selben Tag nach sich zog und wahrscheinlich auch weiter nach sich ziehen wird. Der einstmals schöne Fussball Italiens ist atmosphärisch vergiftet und ich befürchte, dass sich viele Trittbrettfahrer andere Nationen nun bemüßigt fühlen, den Fussball weiter zu zerstören oder auch die Kontrollorgane hyperventilieren. Und dann gab es da noch den Ausbruch eines Ulli H. auf der Jahreshauptversammlung seines Vereines. Ich glaube, ich bin einer der wenigen Sympathisanten von Herrn H., denn ich schätze sein ungemeines soziales Engagement, welches er kaum an die grosse Glocke hängt. Kaum eine Organisation, welche nicht unterstützt wird, kaum ein gestrauchelter Ex-Spieler, der nicht noch in Lohn und Brot gebracht wird. Und, Recht hat er auch im Sinne der Fakten: Die Logenbesucher bezahlen ein vielfaches und ermöglichen manch schönes Sadion erst. Doch, den Fan als solchen zu diffamieren und dann noch Kritiklosigkeit zu verlangen: Das geht nicht. Es gibt diesen Spruch von dem, was Fussball ohne Fans wäre. Und genauso sieht es aus. Der Fussball braucht keine Randalierer, aber auch nicht nur Sponsoren hinter Glas in den Logen. Der Fussball lebt durch die, die ihn Leben. Punkt. Aus. Ende.