Brennend heisser Wüstensand.

Oder auch: „Tanken für den lokalen Erzfeind“. Was Noel Gallagher, Frontman von Oasis und bekennender Manchester City Fan mit diesem Ausspruch meinte: Dazu später mehr. Zuerst die lokale Topmeldung: Der SV Eintracht hat gestern abend sein Heimspiel gegen den SV Bad Rothenfelde mit sage und schreibe 7:2 gewonnen. Dumm nur, dass ich dieses Fest nicht live verfolgen konnte, da sich mein Dienst plötzlich und unerwartet noch um eine Nachtbereitschaft verlängert hat. Und den Liveticker habe ich auch erst nach Spielschluß gefunden. Aber, der neue Held der Stehtraversen hat mich regelmäßig per sms informiert. Einmal mehr: Danke dafür. Wenigstens reichte es aber dafür, den Donnerstags Kicker zu überfliegen. Und da werden so langsam die kleinen und grossen Meldungen abseits der Spielberichte immer interessanter. Heuer ging es um den Abschied von Oliver Kahn, der auch in seinem letzten Spiel die Paraden und alle Gesichtzüge im Griff hatte. Und auch der Streit zwischen dem Eventmanager schlechthin, Oliver B. und Capitano Michael B. wurde im Zuge der beginnenden WM Qualifikation wieder hochgeholt. Und siehe da: Die Emotionen nach dem verlorenen Endspiel bei der €uro schienen vielleicht doch nur von sekundärer Bedeutung gewesen zu sein. Auch hier scheinen schon wirtschaftliche Interessen den Sport, sprich die Nationalelf eingeholt zu haben. Stellt sich die Nationalmannschaft also demnächst nach Werbepartner oder Schuhausrüster auf, also elf Pumas gegen elf Adiletten ? Im Kontext wurde eine werbefreie Zone Nationalmannschaft und ein Machtwort von Herrn Zwanziger gefordert. Aber mal ehrlich: Bevor ein Nationalspieler einen hoch dotierten Werbevertrag zu Gunsten der Ehre, für sein Land spielen zu dürfen aufgeben wird, da beendet er doch lieber die Karriere wegen Argument XY. Aber zurück zu den Gallaghers: Ihr Verein hat einen neuen Besitzer, genaugenommen sogar ein ganzes Konsortium davon: Ein Investmentunternehmen aus dem Scheichtum Abu Dhabi am Persischen Golf, die Abu Dhabi United Group for Development and Investment (ADUG), übernahm „ihren“ Club, die „Citizens“ von Manchester City. Der Trainer Mark Hughes ist hocherfreut und sieht neue Spieler nicht mehr nur als Fata Morgana am Fußballhimmel. So wurde sogar dem Ölfreak Roman A. ein neuer Spieler abspenstig gemacht: Robinho werauchimmer wechselt, obwohl sein Herz schon beim FC Chelsea war, nun ganz spontan nach Manchester. Hoffentlich findet er dort das richtige Stadion. Den Fans ist die wüste Übernahme erstaunlicherweise willkommen: Hatten sie doch mit dem bisherigen Besitzer, Thailands früherem Premierminister Thaksin Shinawatra, so ihre Probleme . Dieser wiederum mit seinem eingefrorenen Kapital. Also formal eine „win – win“ Situation für alle. Bis auf die kleine, aber alles entscheidende Tatsache: Den Scheichs ist der Fußball aber sowas von egal, eher gefriert die Wüste ein. Und somit hat sich der Verein Manchester City in eine unbekannte Gleichung eingelassen. Aber, auch die United Fans zahlen jetzt mit jeder Tankladung ihren Anteil für City mit, und das gereicht manch City Fan schon zu einem diebischen Grinsen. Und ich? Ich lobe mir einen Dietmar Hopp.

Ein Kommentar

  • Sehr gelungener Artikel Uwe! Ich bin mittlerweile wirklich genervt vom englischen Spitzenfussball! Sicherlich, Mannschaften wie Liverpool, Manchester United und mit Abstrichen auch Chelsea, können auf eine mehr oder weniger traditionsreiche Vergangenheit zurück blicken, doch sie haben sich zum Spielball von profitgeilen Egomanen machen lassen! Wenn man dann noch die extrem hohen Fernsehgelder sieht, die nicht nur in England, sondern auch in Spanien und Italien bezahlt werden, dann gute Nacht Bundesliga!!! Bayern München, Werder Bremen, Schalke 04 etc. werden in den nächsten 10 bis 20 Jahren kaum die Championsleauge gewinnen können, dafür müssen sie sich aber auch nicht verkaufen! Ist derzeit auch gar nicht möglich, da in Deutschland mindestens 51% der Finanzanteile bei den Vereinen bleiben müssen und das ist vollkommen richtig! Der Film über RWE ist total klasse, besonders die Interviews mit den Zeitzeugen haben mir gut gefallen! Grüße vom Urlauber Bernd

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