Ente Rot Weiss

Fußball ist Kultur, und somit weit mehr als die 90 Minuten auf dem grünen Rechteck. Das ist auch gut so, bedingt es doch Erlebnisse, wie das am vergangenen Donnerstag: Ein Abend mit Willi „Ente“ Lippens im „Riff“ in Bochum, präsentiert von scudetto.de. Irgendwie hatte ich so gar keine Idee, was Bernd und mich dort erwartete. Schließlich war meine Hauptintention, einen persönlichen Gruß eines großen Essener Fußballers für Peter zu ergattern. Das ist gelungen, und wie. Vielen Dank dafür auch an Frau Redeling. Schon die, wie sagt man so schön, „Location“ paßte und vermittelte einen gediegenen und doch herzlichen Eindruck. Der Abend begann mit dem „scudettor“ und einigen Anmerkungen zur vergangenen Fußballwoche. Da den Bochumern so das richtige Feindbild im Ruhrgebiet fehlt, kam Kevin K. noch recht glimpflich davon. Und dann war es Zeit für Willi Lippens, die Bühne zu betreten. Und es wurden 2x 45 Minuten plus Verlängerung. Viel Stichworte bedurfte es nicht, und Willi Lippens kam verbal dermaßen ins Dribbeln, so dass er sich noch der Mario Barth`schen Motorik bediente um zum Beispiel anzudeuten, wie ihn Berti Vogts von hinten des Balles entledigen wollte. Auch Finanzakrobatik aus einer Zeit in Dallas, als J.R. Ewing noch Phantasie war, diesen aber die Schamesröte in das Gesicht getrieben hätte, wurde beschrieben. Die kritische Fanseele bekam ihr Balsam in Form einer verklärten Darstellung der alten Stadionkultur ab und die wenigen als solche zu lokalisierenden RWE Fans bejubelten noch das Bekenntnis, dass eine Ente überall watscheln darf, nur nicht in Gelsenkirchen. In der Halbzeit dann stilecht eine Bratwurst, und auch viel Zeit von Willi Lippens, der sich für jeden Fanwunsch Zeit nahm. In der zweiten Halbzeit verflachte das „Bühnenspiel“ dann erst ein wenig. Holland kam ins Spiel durch einen weiteren Bühnengast und hatte ein paar Gags unter der Gürtellinie parat. So habe ich das auf jeden Fall empfunden, oder vielleicht war es auch nur der 25%tige holländische Anteil in mir. Egal, ein gemeinsam intoniertes Lied ließ Willi Lippens wieder in`s Spiel kommen. Selbst nach „Abpfiff“, als wir schon fast im Auto saßen, stand Willi Lippens immer noch oben und fand kein Ende, aus seinem reichhaltigen Fundus der Fußballanekdoten zu berichten. Toller „Typ“, tolles Ambiente und die Erkenntnis, daß es sich besser anfühlt, neben einem ehemaligen Fußballstar an der Pinkelrinne zu stehen als darüber zu lesen, wie sich nun auch ein Bremer Nationalspieler nicht genug gewürdigt fühlt.

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