Monatsarchive: März 2011

Drecksspiel

Ein Spiel also, welches einige der folgenden Attribute mit sich bringen sollte: Mieses Wetter, harter Gegner, schlechte Platzverhältnisse, um nur einige zu nennen. Mitunter tragen noch die Unparteiischen oder das Spielniveau allgemein zu einer solch kurzen, aber auf den Punkt bringenden Spielanalyse bei. Das Spiel des RWE beim VfB Homberg hatte den Berichten nach bis auf einen Punkt alles zu bieten: Es herrschte strahlender Sonnenschein. Unter dem Strich aber hatte dieses Drecksspiel sogar noch einen Gewinner ermittelt: Der RWE gewann wie im Hinspiel durch einen Treffer von Alexander Thamm mit 1:0.
Und weil es rund um den RWE zur Zeit so entspannt zugeht, feierten Mannschaft und Fans diesmal nicht durch einen Zaun getrennt, sondern gemeinsam auf dem Homberger Acker. Die Erfolgsserie dieser jungen Mannschaft (21,1 Jahre im Durchschnitt) hält somit nicht nur weiter an, auch die bisher einzige Saisonniederlage gegen den VfB Hüls wurde in der Vorwoche mit einem 2:0 Heimerfolg korrigiert. Das Heimspiel gegen die Mannschaft der Ikone für angewandte Fußball Rethorik, Olaf Thon, war im Prinzip auch ein Drecksspiel: Der VfB Hüls stand tief und agierte bisweilen überhart. Ein kleinlich pfeifender Schiedsrichter tat sein übriges dazu und schon bedurfte es einer guten Portion Geduld, bis erlösende und den Erfolg bringende Tore fallen. Sie taten es, und zwar in diesem Falle in den Minuten 73 und 84.
Vielleicht an dieser Stelle eine kleine Erklärung für alle Fans, die nicht so oft mit dem RWE zu tun haben: Die Freude darüber, zwei dieser sogenannten Drecksspiele, die wahrlich nichts mit schönem Fußball gemein haben, gewonnen zu haben ist sehr groß. Genau diese Art Spiele wurden in der Vergangenheit und quer durch alle Ligen in schöner Regelmäßigkeit verloren . Was zählte war der Gehaltsscheck, nicht die Bereitschaft sich über 90 Minuten für den Verein „dreckig“ zu machen. Vielleicht auch das ein Indiz dafür, warum diese Mannschaft in der Fünftklassigkeit eine enormen Anziehungskraft auf die RWE Fans ausübt. Und, glauben wir den Statistikern, kann sogar alsbald der Aufstieg in die Regionalliga gefeiert werden: Vier weitere Siege aus den restlichen Saisonspielen sollten dazu ausreichen. Wer hätte das gedacht. Die nötigen Lizenzunterlagen dazu wurden heute komplettiert und beim DFB in Frankfurt eingereicht.
Wer nun denkt, das wären genug der positiven Nachrichten rund um diesen insolventen Krisenverein mit den wüsten Fans, dem maroden Stadion und diesem dusseligen Nachbarverein: Das Osnabrücker Bauunternehmen Köster hat nach einer europaweiten Ausschreibung den Zuschlag für den Rohbau der neuen Hafenstrasse erhalten. Ab Morgen kann gebaut werden. Und das ist definitiv kein Aprilscherz mehr.

Frühjahrsputz

Der Frühjahrsputz in einem längst verstaubt geglaubten Webalbum brachte sie an den Tag: Bilder aus dem Jahre 2008 von der Essener Hafenstrasse und dem Nordhorner Heideweg. Einige davon auch zu sehen auf der wunderbaren Fussball-Landschaft. Wer mag, kann sich das ein- oder andere Bild gerne herunterladen. Gerade die Hafenstrasse wird es in dieser Form nie wieder geben.
Hafenstrasse, vor dem Teilabriss
Heideweg Nordhorn

Alarmstufe Rot

Der SV Eintracht Nordhorn hat im Zuge seiner latenten Finanzprobleme einen massiven Schuldenabbau betrieben. Somit wurde in den Jahren 2009 und 2010 eine Insolvenz verhindert. Nun schreiben wir das Jahr 2011, und sie steht wieder im Raume: Diese Insolvenz. Kurzfristig müssen 80.000€ beschafft werden, um die Saison ordentlich zu Ende spielen zu können. Alle Hoffnungen ruhen nun auf den Geldgebern und der Einnahme aus dem Heimspiel gegen den SV Meppen, um diese Summe aufzubringen. Viel Glück!

Randnotiz

Ab einem gewissen Zeitpunkt tat sie mir fast leid, die junge Frau mit dem Stapel Revier Sport in der Hand. Vor dem Gästebereich bot ein Stand der Sportzeitung Freiexemplare feil. Natürlich auch, um neue Leser zu gewinnen. Dummerweise handelte es sich um die Donnerstagsausgabe. Das Cover königsblau. Die Personen darauf kaufen Spieler und verkaufen Fleisch. Also nichts für die rot- weissen Fans, die naturgemäß mit ihrer Meinung nicht hinter dem Berg hielten. Die Montagsausgabe hätte hier ein ganz anderes Interesse bewirkt.

Stattgefunden hat diese Randnotiz in Duisburg, vor dem Wedaustadion. Wie auch gegen die Amateure der Aachener Alemannia wurde im Stadion der Profis gespielt. Eine Rückkehr mit Wehmut eigentlich, fand doch in diesem Stadion das bisher letzte Zweitligaspiel des RWE statt. Seinerzeit besiegelte das 0:3 den Aufstieg der Zebras in die Bundesliga und den Abstieg des RWE in das Bodenlose. Das alles aber ist Geschichte, ebenso wie ich nur kurz den Blick auf den Platz schweifen ließ, von dem aus Peter sein letztes Zweitligaspiel miterleben durfte. Den Blick in die Zukunft gewandt galt mein Interesse vor der Partie dem Stadion als solches. Mein Faible für Kampfbahnen alter Prägung wie die Rote Erde oder das Schloß Strünkede bedarf wohl keiner weiteren Erwähnung mehr.

Der RWE bekommt ein neues Stadion, endlich. Und das Wedaustadion ist eines jener Stadien, an denen es sich zu orientieren gilt. Und es gefällt. Top gepflegte Sanitäranlagen, gut ausgestattete Verpflegungsbuden ohne Kartenzwang, interessante und pfiffige Details wie die Stehtische, die an die Betonträger angebracht wurden und zwingend Kontakte und Smalltalk bringen. Optimale Barrierefreiheit als besonderer Pluspunkt. Der Tradition wurde Rechnung getragen durch Benutzung der alten Kassenbereiche und auch die alte Anzeigentafel steht trotzig an ihrem angestammten Platz. Im Stadion herrscht eine gute bis sehr gute Sicht. Das Ärgernis Plexiglas aber leider auch hier. Im Oberrang stört ein Zaun zur Gegengerade bei ausverkauftem Haus die Sicht, aber man kann wenigstens hindurch gucken. (Was sich die Planer bei der Alemannia in punkto Stehplatz Gäste gedacht haben, darüber denke ich noch heute nach; Durch Beton kann man beim besten Willen nichts sehen!).
Fazit: Die neue Hafenstrasse wird kleiner und ein Einrang Fußballstadion, aber meine letzten Zweifel sind nun verschwunden: Ein ähnlich gelagertes Stadion wird dem Verein und seinen Fans guttun. Es wird auch neue Zuschauer anlocken und so aus dem traditionellen Männerpublikum vielleicht eine gemischte Besucherstruktur entstehen lassen. Stichwort Familienblock. Mitzunehmen gilt es aber natürlich die langsam aber sicher wieder besser werdende Atmosphäre und, ja auch den herben Charakter. Wir sind schließlich Rot Weiss Essen. Übrigens: Die Akustik in einem fast leeren Stadion ist famos, wenn über 2000 Auswärtsfans ihre Gesänge anstimmen.
So, und auf dem grünen Rasen? Die erste Halbzeit war schlecht. Wenig Aufregendes wurde dem Zuschauer geboten, die Ligazugehörigkeit in puncto Tempo und Ballsicherheit an mancher Stelle nicht zu verbergen. Trotzdem konnte beiden Teams das Bemühen nicht abgesprochen werden. Nach einer Viertelstunde kam der RWE zu einer großen- und kurz vor der Pause noch zu einigeren kleineren Chancen. Mit leichten Feldvorteilen für die Spieler von Waldemar Wrobel ging es in die Pause. Ein Kombinationsspiel ließen die kleinen Zebras bis dahin einfach nicht zu, gingen sie fast immer zu zweit auf den ballführenden Essener Spieler. Ebenso nahm der Schiedsrichter durch bisweilen kleinkarierte Entscheidungen dem Spiel seinen selbigen Fluß. Trotzdem ging es mit Applaus in die Kabinen: Der Einsatz wieder einmal vorbildlich.
Vorbildlich auch die Arbeit des Stimmungskoordinators der Ultras Essen. Durch die örtlichen Begebenheiten konnte er Stehblock und Oberrang mit in seine Liedauswahl einbeziehen. Normalerweise bin ich eher ein Befürworter der spielbezogenen Unterstützung, aber wie es die Fans aus dem Stehblock geschafft haben, mit einem recht neuen Lied, sogar den Oberrang und schon betagte Fans aus den Sitzen zu reißen: Chapeau, Herr Capo!
Direkt nach Anpfiff, genaugenommen in Minute 48 passierte das, was einem jedem Spiel gut tut: Ein Tor fiel für den MSV und zwar direkt im Gegenzug nach einer vergebenen Großchance des RWE. Daraufhin nahm das Spiel ganz andere Züge an, wurde höherklassiger und spannender. Bisweilen wütende Angriffe wurden unterbrochen durch gefährliche Konter. Und fast zwangsläufig fiel der Ausgleich. Timo Brauer machte sein 4. Tor nacheinander. Richtig, ein Elfmetertor war es, welches den einen Punkt sichern sollte. Ein glücklicher Elfmeter für mich. Halb zog er ihn, halb sank er hin….In der Schlußabrechnung aber völlig verdient. Denn die MSV Amateure gehören zu den stärksten Teams der Liga. Und so halten wir unter dem Strich fest: Punktgewinn statt Punktverlust.

Und wie erging es noch der netten Dame der Revier Sport Mannschaft? Clever wurde zur Halbzeit das Cover umgeknickt. Aber, viel ging da nicht mehr in Sachen Kundenakquise.

Heimspielmacher

Der RWE dürfte bundesweit wohl der einzige Verein sein, der das Glück, Vergnügen und die Fans dazu hat, 34 Heimspiele in einer Saison zu bestreiten. Sollte der Aufstieg gelingen, wird sich dieser Trend aufgrund der größeren Entfernungen zu den Spielorten kaum fortsetzen lassen. Auch dieser Fakt sollte in den Planungen mit berücksichtigt werden. Heute steht im Duisburger Wedaustadion bei den Zweitzebras aber ein weiteres „Heimspiel“ an….

Dunkle Schatten

„Erst wenn der letzte Baum gerodet, der letzte Fluss vergiftet, der letzte Fisch gefangen ist, werdet Ihr merken, dass man Geld nicht essen kann“

Während wir hier heute früh von Sonnenstrahlen und dem Gezwitscher der Vögel geweckt wurden, zeigt die doch so wunderbare Natur an anderer Stelle der Erdkugel einmal mehr ihr grausames Gesicht. Erdbeben und Tsunami als Folge heftiger Aktivitäten der drei Erdplatten vor der japanischen Küste. Eine geologische Katastrophe, die viel Leid mit sich bringen wird. Aber wir Menschen setzen ja immer noch einen drauf, und so besteht die momentan größte Angst darin, dass der Menschheit eine Katastrophe blüht (welch Anachronismus), die sie selber zu verantworten hat: Ein Super GAU.

Wir können nur hoffen und beten, dass es nicht dazu kommen wird. Wir können aber all denjenigen in den Arsch treten, die immer noch meinen, dass der Mensch alleiniges Bestimmungsrecht im Umgang mit der Natur hat. Und wenn die Erde dann ihrerseits auch was Gutes tun will, so sollte sie das Beben just an der Stelle stattfinden lassen, wo gerade Tyrannen planen, ihre Landsleute abzuschlachten.

Fegefeuer der Eitelkeiten

Manchmal fällt einem die Überschrift zu einem Artikel nicht wie Schuppen vor die Augen, sondern aus dem Bücherregal auf die Füße: „Fegefeuer der Eitelkeiten“, endlich habe ich eine einigermaßen passende Umschreibung für das gefunden, was sich gerade an personellen Possen innerhalb der Bundesliga abspielt.

Natürlich maße ich mir nicht an, die Situationen in München, Hamburg oder Gelsenkirchen auch nur annähernd bewerten zu können, aber es berührt mich als Fußballfan im allgemeinen. Ich frage mich nämlich ganz ernsthaft, ob es hier und dort überhaupt noch um den Fußball im speziellen geht. Das Spielerverträge bisweilen nicht mehr wert sind, als das Papier auf dem sie stehen: Geschenkt! Das aber nun die Bosse, die Trainer, Vorstände und wer nicht sonst noch alles, so dermaßen am „Rad“ drehen, das ist kontraproduktiv.

Dazu kommen dann noch die Fans, die ob der multimedialen Überversorgung kaum noch wissen, woran sie wirklich sind und sich auch dem einen oder anderen Lager zugehörig fühlen. Dem neutralen Fan wie mir stellt sich die Situation dann wie folgt dar: „Alle gegen alle“. Was ich aber wirklich nicht mehr sehen und hören möchte, das sind diese Pressekonferenzen, in deren Verlaufe Neuverpflichtungen bekanntgegeben werden, als wenn gerade die Quadratur des Kreises geglückt scheint. Was in aller Welt muß denn nun ein Trainer mitbringen, um langfristig vor Uli Hoeneß zu bestehen, als Beispiel für die für mich unverständlichste Personalie ? Kann es im Grunde seines Herzens nur der sein, dessen Spiegelbild er jeden morgen bei der Rasur erblickt?

Er soll also einfach aufhören, stets den nächsten Trainer als seinen Wunschkandidaten zu bezeichnen. das waren Jürgen Klinsmann und gerade Louis van Gaal auch. Es müssen im Fußball schon lange keine 11 Freunde mehr sein, das wäre zuviel erwartet. Das es aber immer seltener um das einfache Spiel auf dem Platz geht, das wird diesem wunderbaren Sport nicht gerecht und nervt. Übrigens: Sollte es in allen drei Fällen irgendwo eine neutrale Aufarbeitung der Geschehnisse geben, so würde ich mich sehr über einen Hinweis darauf freuen.

Achtzehn bis Zwanzig

Ich hatte einen Plan. Wollte einfach mal aus aktuellem Anlaß für mich überlegen, wie ein junger Mensch zu seinem Sport findet und gleichzeitig mit meiner viel zu kurzen Fußballerkarriere Frieden schließen. Es ging auch recht flott vonstatten, waren doch einige Erlebnisse auch nach so vielen Jahren noch präsent.Ich wusste zwar noch nicht, wie ich anschließend den Bogen finde, um nun meine gewachsene Begeisterung für den Sport unserer Kinder kundzutun, aber das würde sich wie immer ergeben. Dachte ich. Weil, dann kam ja angedacht in Form seines kreativen Kopfes Heinz Kamkes mit einem neuen Text daher. Nicht einfach „nur“ einer dieser Texte, die erzählen, zum Denken anregen oder wundersam berühren….sondern: Es gab eine Liste. Und zwar eine Wunschliste, auf der die Bundesligisten für die nächsten 11 Jahre feststehen. Feste Zinsbindung in der Liga also. Gut, ich bin kein Freund von geschlossenen Gesellschaften, aber von Listen.
Meinen angedachten Text habe ich darüber völlig vergessen, aber Vereine schwirren mir im Kopf herum. Viele Spiele, Spieler und eigene Stadionbesuche oder TV Erlebnisse. Ich nehme das Stöckchen also auf, kreiere meine Bundesliga und gestehe meine Zuneigung zu vielen Clubs. Manche sogar in blau und weiß. Und den anderen Text, ich lasse ihn einmal stehen.Gliedere alles ein wenig und so kann sich ein jeder den Text heraussuchen, der (hoffentlich) interessiert.
PROLOG:(Eigentliche Intention)

„Meine eigenen sportlichen Leistungen, ein Umstand von eher bescheidener Natur, aber ich stehe dazu. Viel interessanter doch die Frage, wie ein junger Mensch überhaupt zu „seiner“ Sportart findet. Ich selber kann mich nicht mehr genau daran erinnern, wann ich das erste Mal für die Jugend des SV Vorwärts Nordhorn die Fußballschuhe schnürte, oder auch warum. Grob erinnern kann ich mich aber daran, die Position des Rechtsverteidigers ausgefüllt zu haben. Das ich nun mein einziges Tor über links kommend erzielte, war eher ein Versehen,( oder aber eine taktische Meisterleistung des damaligen Trainers).

Ebenfalls in Erinnerung bleibt mir ein Abschlag unseres Torhüters in Richtung meiner Position. Elegant annehmen konnte ich diesen Abschlag nicht: Justament, als der Ball in meinem Unterleib einschlug, versuchte ich diesen noch reflexartig zu schützen und sank danieder. Man berichtete mir später, ich sank weniger als das ich umfiel wie die berühmte Eiche. Aber bissig war ich wohl, so auf der rechten Seite. Einen Gegenspieler, der mich auf meiner Seite überlaufen hatte, holte ich zwar nicht mehr ein, aber so dermaßen von den Beinen, dass ich direkt danach duschen durfte. Selbst schuld, was rennt er auch an mir vorbei! An eine weitere rote Karte kann ich mich aber nicht erinnern.

Und Ascheplätze hatten wir hier in der Grafschaft, viele Ascheplätze. Einer davon befand sich direkt hinter der alten Stehtribüne des Eintracht Stadions. Wir spielten darauf gegen eine Jugendmannschaft des SV Eintracht. Und vor Angst schlotterten uns die Hosen, denn in den Reihen der Weinroten spielte ein Spieler mit einem Kampfnamen wie ein Donnerhall: „Feuerwalze“ ward er genannt. Ich glaube, er war auch noch recht gut, aber wir überlebten alle dieses Spiel. Meine Fußballkarriere fiel alsbald einem Sichtungstraining zum Opfer. Auf D3 hatte ich keine Lust mehr.

HAUPTTEIL (Basierend auf Katarsischer Theorie)
Meine 18 Vereine:
SV Werder Bremen

Man muß Otto Rehagel oder Willi Lemke ja nicht mögen; Thomas Schaaf und Klaus Allofs vielleicht schon etwas mehr. Die Konstanz dieses Vereines ist aber beeindruckend. Nicht für die großen Skandale zuständig, eher für große Wunden (Siegmann) und große Europapokalabende.

BV Borussia Dortmund

Der BVB gestaltet sich für mich recht neutral. Bisweilen fürchterliches Neongelb, Pet Shop Plagiate und zu laxer Umgang mit den Finanzen. Aber die Kurve bekommen. Und wie! Und in welchem Ambiente!. Dann als Bonuspunkt noch die wunderschöne „Rote Erde“ direkt nebenan.

SG Eintracht Frankfurt

Ach die Eintracht: Am 21. Mai 1980 hatte ich das Radio am Bett, denn an diesem Abend sollte die Eintracht den UEFA Pokal gegen Borussia Mönchengladbach gewinnen. Torschütze Fred Schaub. Die Begeisterung für Fußballübertragungen am Radio hat seit dieser Zeit nie nachgelassen. Weitere Faktoren: Charly Körbel und eine Fanszene, die in ihrer Homogenität seinesgleichen (Nicht immer im positiven Sinne) sucht.

Hamburger SV

Der HSV war hier, in Nordhorn. Nicht zu einem Freundschaftsspiel, sondern in den Fünfzigern zu erstklassigen Ligaspielen gegen den heimischen SV Eintracht. Mit Uwe Seeler seinerzeit. Das prägt. Und den Uwe Seeler, den mag ich. Nicht, weil er sich so schön in den Schritt zu fassen versteht, sondern für seinen bodenständigen Charakter. Und der Fähigkeit, recht still zu verarbeiten, was sein Verein doch jedes Mal für Mist verzapft.

1.FC Köln

Einfach ein unterhaltsamer Verein. Das reicht mir persönlich zu einem Persilschein. Geißbock.

FC Bayern München

Die Lösung ist doch ganz einfach: Man schließe die Augen und stelle sich die Bundesliga gestern, heute und die nächsten 11 Jahre ohne den FC Bayern vor. Und? Entsteht da nicht automatisch ein Vakuum ? Die sportlichen Erfolge dieses Vereines gebieten Respekt, und die Personalien oftmals eine Mischung aus Staunen und Diskussionsbedarf. Wichtiger aber auch hier der emotionale Aspekt: Nachmittägliche Live Übertragungen im Ersten nach der Schule. Aus einem nebeligen Kiew mit Tröten im HIntergrund und Pelzfelligen Soldaten auf den Tribünen. Eberhard Stanjek kommentierte. Das verbindet.

FC Schalke 04

Dieser Verein polarisiert wie kaum ein zweiter. Und weil Charly Neumann doch ein Guter war. Und weil es dann 22 Spiele gegen den RWE geben wird.

Hertha BSC Berlin

11 Jahre Zeit um zu beweisen, ob den großen Ansprüchen nun auch einmal Taten folgen. Außerdem mag ich Einzigartigkeiten, und da gehört dann auch das markante „Ha Ho He..Hertha BSC“ dazu.

VfL Bochum

Es kann nicht immer nur Sekt geben, oftmals ist Selters die bessere Entscheidung. Vermag der VfL Bochum zwar außerhalb seiner Trikots nicht vom Image der grauen Maus loskommen, sein Stadion ist Fußball pur und einige seiner Fans stehen für erstklassige (Fußball)kultur. Und jedes gefühlte halbe Jahrhundert beschert der Verein seinen Fans ungeahnte Glücksgefühle im Europapokal. Und ein Lied zur Stadt und Verein hat sonst auch kaum einer.

Fortuna Düsseldorf

In den 80zigern selten ein ausverkauftes Rheinstadion, aber Block 36 war stets gut gefüllt. Dazu das Europapokalfinale in Basel, in welchem die Fortuna die bessere Mannschaft war. Harte Zeiten in den Niederungen, aber nie im Stich gelassen von den Fans, Campino und Co. Zudem ein feiner Rivale für den RWE, als das Dilemma mit den Zweitvertretungen begann.

VfB Stuttgart

Es kribbelt nicht auf Anhieb bei den Schwaben, aber irgendwie sind sie doch zu schade für die zweite Liga über einen so langen Zeitraum. Keine großen Skandale, dafür MV. Treues Publikum und schon manches Mal recht überraschend Meister geworden. Und diesen Wiedererkennungswert „Brustring“ im Trikot. Das mag ich.

Eintracht Braunschweig

Wie manch anderer rangiert der BTSV für mich noch vor seinem niedersächsischen Dauerrivalen aus Hannover. Die Eintracht ist in einer Fußballstadt beheimatet, 96 in der Landeshauptstadt. That`s it. Eintracht hatte den Jägermeister, sogar mal Paul Breitner, stets einen hohen Zuschauerschnitt und bisweilen eine recht rustikale Klientel im Gepäck. Einer der beiden Vereine, die ich sowohl am Heideweg in Nordhorn, als auch an der Hafenstrasse in Essen habe spielen sehen. (Der zweite Verein ist der BV Cloppenburg und steht nicht zur Disposition).

Dynamo Dresden

Keine Ostalgie, kein Solidaritätszuschlag. Dynamo Dresden ist Fußballtradition, hat ein entsprechendes Umfeld und nun auch ein Stadion, welches den Ansprüchen genügen sollte. Über den Namen hülle ich den Mantel des Schweigens. Ebenso über „Knut Krüger“. Für mich ist Ulf Kirsten weiterhin einer meiner Lieblingsspieler. Wer an Dresden denkt, hat sicherlich auch Leipzig im Kopf. Vielleicht sogar mit der höheren Erfolgsquote behaftet. Aber der „Bauch“ sagt Dynamo.
1.FC Kaiserslautern
Betzenberg, Rote Teufel, Horst Eckel, Fritz und Ottmar Walter, Seppl Pirrung, 7:4. Vorbei natürlich die Zeiten, in denen ein Paul Breitner die Punkte bereits im Vorfeld mit der Post abliefern wollte, aber immer noch ein Verein, in denen 90 Minuten eine besondere atmosphärische Dichte erreichen können. Auch ein Verein, dessen Fans den Begriff „Fahnenmeer“ mitgeprägt haben. Und bei wem sonst „rumpestilzelt“ noch ein Tarzan an der Seitenlinie herum?
Bayer 04 Leverkusen
Als Bayer noch im alten Ulrich Haberland Stadion spielte und gerade in die Bundesliga aufgestiegen war, da gab es in einer Sportzeitung ein ganzseitiges Bild des Bayer Fanblocks zu sehen. Damals rechts der Gegentribüne beheimatet. „Kutten“ allesamt, und unter fliegenden Pilskronen. Ein Verein mit Fans also, nicht vielen, aber schon da, bevor der sportliche Erfolg seinen recht konstanten Lauf nahm. Und somit nicht nur auf den Status eines Werksklubs zu reduzieren. Aus meiner Sichtweise jedenfalls. Sportliche Leistungen gingen hier Seite an Seite mit dem wirtschaftlichen Wachstum einher. Selbst Tragik, einer unbedingten Beilage für einen Verein mit dem gewissen Etwas, haftet dem SV Bayer an, kommt der Begriff „Vizekusen“ nicht von ungefähr. Zudem spielt der Verein mittlerweile durchaus geschickt mit dem Image als Betriebssportmannschaft, und hat auch nach Rückzug des Verbalgewitters auf dem Managerposten nicht an sportlichem Gewicht verloren. Und dann noch: Cha Bum-Kun, Espanol Barcelona, Völler,Kirsten und Ballack.
SV Waldhof Mannheim
Wenn in der Kurpfalz Bundesliga gespielt werden soll, dann bitte auf dem Waldhof und nicht unbedingt in Sinsheim.
Rot Weiss Essen
Selbstredend. Aber nicht, weil ich die Augen verschließe vor den letzten Jahrzehnten. Auch nicht, weil sich vielleicht noch jemand bei Sepp Maier entschuldigen möchte. Vielmehr darum, weil die Bundesliga noch etwas gut zu machen hat an diesem Verein und der endlich Gelegenheit hätte, zu beweisen, warum man gefühlt sowieso nur in die Bundesliga gehört. Deshalb macht es auch keinen Sinn, den RWE auf die Liste der Härtefälle zu setzen. Die große Klappe würde da auf Dauer nur nerven. Aber mal im Ernst: Wer es schafft, bis in die 5. Liga hinunter das Drumherum eines Spieles fast genauso zu gestalten, wie noch im Profibereich oder im DFB Pokal, das ist schon einmalig.Und wer einmal an einem kalten Freitag Abend in die Hafenstrasse abgebogen ist, dem Flutlicht entgegen, einer ganz eigenen Geräuschkulisse folgend, der möchte da wieder hin. Vielleicht wird man aber auch Jahr für Jahr Tabellenletzter im „Closed Shop“ und gibt freiwillig die Lizenz ab, um wieder in Herne zu sich selbst zu finden. Wir sind schon ein schwieriger Verein. Aber einer, wo nicht lange drumherum geredet wird.

1. FC Nürnberg

Den Club möchte ich einfach auch deshalb mitnehmen, weil mich Günther Koch so oft mitgenommen hat!
Und doch sind noch so viele Vereine auf meiner Agenda, so daß ich direkt eine Aufstockung der Liga auf 20, oder gar wie in England auf 24 Vereine fordere. Als da wären:


FC St. Pauli,
TSV 1860 München,
Kickers Offenbach,
Borussia Mönchengladbach,
1.FC Saarbrücken
FC Carl Zeiss Jena.
Alles Vereine, die ich auch gerne in der ersten Liga sehen möchte. Tauglich für Derbys, alle mit Tradition und undenkbar in der hiesigen Fußballszenerie.

Und, ich hätte da noch einen Wunsch: Wo bleiben denn nun die Vereine, die mir trotzdem etwas sagen oder gar bedeuten? Dessen Stadien ich im Verlauf der letzten 44 Jahre einmal besucht hat, zu denen mir noch Geschichten einfallen. Und für die ich mich interessiere, „nur“ weil ich über das Medium Internet Fans gerade dieses Vereines sympathisch finde, ohne sie leider persönlich zu kennen. Aber da ich die Spielergebnisse kenne, kann ich nachvollziehen, wie es ihnen geht. So nach einem Spiel. Und daher schiebe ich noch meine ganz persönliche Liste derjenigen Vereine nach, die ich für einen Unterbau der „geschlossenen Gesellschaft“ geeignet halten würde:
1.FC Union Berlin. Ein Stück vom Fußballglück.

SV Darmstadt 98: Böllenfalltor, Lilien, Spielbesuch.
MSV Duisburg: Zebras, Schimanski, Bernhard Dietz, Spielbesuch.
FC Bayern Hof: Grüne Au, den Neffen spielen sehen.
Karlsruher SC: Euro Eddy, Valencia, Winfried Schäfer.
Alemannia Aachen: Tivoli, Eric Meijer.
Chemnitzer FC
Westfalia Herne: Das Schloß.
KSV Hessen Kassel
FK Pirmasens
Stuttgarter Kickers

EPILOG:

Judo!