Mixtur aus Wunderbauten

Der Mix macht es! Eine Mixtur, welche es auf höchst interessante Art und Weise schafft, traditionelle und wunderschöne Namen mit neumodischen Bezeichnungen zu verquicken. Bei einigen Namen leuchten die Augen eines jeden Fußballfans, bei anderen eher nicht.
Aber hier macht es die Mischung. Zusammengestellt und kommentiert auf eine sehr interessante und vielfältige Art. Stammt ein Fotobuch fast ausschließlich von Fotografen, ein Buch über ein Stadion überwiegend von Autoren und eine Autobiografie von Lothar Matthäus: Das Buch „Fussball Wunder Bauten“ geht einen anderen, ganz eigenen Weg. Das zeigt sich im Cover und setzt sich in der Zusammenstellung der Macher fort. In der subjektiven Auswahl der Stadien sicher auch.
Andreas Bock und Benjamin Kuhlhoff, Redakteure der 11Freunde; Alexander Gutzmer, Architekturjournalist und stellvertretend für die optischen Wunder; Reinaldo Coddou H., Fotograf, beleuchten Fussballwunderbauten aus vielen Perspektiven: Die bauliche Faszination ebenso, wie die optische oder die erlebte.
Um die Stadionauswahl ein wenig zu selektieren hat man sich der hoch angesetzten Fußballpyramide bedient: Auf die Champions League folgt die Erste Liga und danach geht es schon zu den Überraschungserfolgen. Die Regionalliga West wurde in dieser Ausgabe noch ausgeklammert. Sorgfältig ausgewähltes Bildmaterial sorgt unter anderem dafür, dass der Leser und Betrachter sich gleichwohl in das jeweilige Stadion hineinversetzen kann, etwas „Umfeldanalyse“ betreiben oder gar in die Gesichter der Protagonisten schauen darf.
Spezielle Skizzen und Fotografien aus architektonischem Genius sorgen zudem für Erstaunen. Wir, die wir die Traversen bevölkern, kennen kaum die intimen Details einer solch langjährigen und aufwendigen Planung. So ist sogar die Allianz Arena ein höchst spannendes Bauwerk, und das Stadion in Braga eben einzigartig.
Unser persönlicher optischer Höhepunkt ist die Seite 189, versehen mit den Nummern 12, 63 – 65 und in Beton gegossen: Das Estadio Tomas Adolfo Duco, fotografiert von Reinaldo Coddou H. steht in Buenos Aires und beheimatet den Fahrstuhlverein Huracan. DIE Fotostrecke des Buches. Zugleich völlig konträr zu den modernen Tempeln dieses Buches. Eben auch ein „Fussballwunderbau“.
Oder Craven Cottage. Welcher Fan würde nicht selber gerne einmal ein Spiel vom Cottage Pavillon aus verfolgen? Soweit also die optische Betrachtung. Die Inhaltliche steht den Bildern aber in nichts nach. Auch hier eine spannende Mixtur, bestehend aus ehemaligen Spielern, ewigen Fans. Weiterhin aus journalistischer Sicht und Berichten; Mitarbeitern und Campino. Fakten wechseln sich ab mit verklärter Fußballromantik, Historie schlägt eine Brücke zur Gegenwart.
Endlich wissen wir nun auch, wie der FC St. Pauli und die „Bhoys in Green“ wirklich zusammengefunden haben. Und wenn ein Spieler dann auch noch den grössten Moment seiner Karriere auf den Traversen anstatt auf dem Rasen des eigenen Stadions erlebt hat, dann schließt der Betrachter und Leser dieses Buch mit einem wohligen Gefühl. Die Verpackung dieses Buches, um noch einmal von der Mixtur zu sprechen, ist eine sehr gelungene. Hier fehlt kein Bild: Der Buchtitel, sein Untertitel und die Stadiennamen sprechen für sich. Dieses Buch ist ein Premiumprodukt, zum Glück nicht verschlüsselt, sondern auf 192 Seiten frei zugänglich. Bald ist Weihnachten!

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