Monatsarchive: Dezember 2008

Silvester

Silvester gehört definitiv neben Rosenmontag zu den beiden Tagen im Jahr, die ich nicht mag. Zuviel Krawall und Geknall an diesem Tag. Trotzdem freuen wir uns natürlich auch auf einen geselligen Abend und wünschen von Herzen einen guten Rutsch und ein gesundes 2009. Und an dieser Stelle endlich einmal allen ein herzliches Dankeschön, die sich auch dem RWE, dem SV Eintracht, U2 oder einem guten Buch/Film verbunden fühlen und hier mitlesen. Danke!

The first and the oldest

Nur die Harten kommen ja bekanntlich in den Garten, oder die Briten auch im tiefsten Winter auf das Feld. Zum Spielen natürlich. Und da steht wieder der berühmteste Wettbewerb der Welt an, der FA Cup. Meine Nummer 3, der FC Liverpool, tritt am Samstag bei Preston North End, dem englischschen Meister von 1889 und somit ersten Titelträger Englands an. Gespielt wird im Stadion „Deepdale“, und zwar ununterbrochen seit 1878, somit dem ältesten Fußballfeld der Welt. Nicht umsonst befindet sich auch das Nationale Fußballmuseum in Preston und trifft der englische Rekordmeister auf geballte Fußballtradtition. Das Tradition ja nicht zwangsläufig sportlichen Erfolg bedeuten muß, widerlegen ja der RWE (Tradition und keinen Erfolg) und die TSG Hoffenheim (keine Tradition und Erfolg). Der am meisten verehrte Spieler der „Lilywhites“ ist Sir Thomas Finney der, 1922 geboren, seine ganze Karriere für PNE gespielt hat und auch heute noch in führender Position im Verein tätig ist. Statue vor dem Stadion und eigene Tribüne inklusive. Daneben nimmt sich das dreimonatige Gastspiel der momentanen Mailänder Kleiderstange in Fußballschuhen, also der „Posh ihr Mann“, recht bescheiden aus: In der Saison 94/95 wurde Beckham an PNE ausgeliehen, um Spielpraxis zu sammeln. Das Spiel wird am 3. Januar um 17.25 Uhr angepfiffen und von DSF zwischen den Werbepausen gezeigt. Übrigens ist der Sensationsgast vom Januar an der Anfield Road, Havant & Waterlooville FC, in der ersten Runde vor 1631 Fans an Brentford FC aus London gescheitert. Der Pokal und seine eigenen Gesetze.

Gedankenspiele

Joggen bei Minus 4 Grad. Entweder hat man einen an der berühmten „Marmel“ oder man braucht einen klaren Kopf. Gut, da ich ersteres schon bedingt durch den RWE und den SV Eintracht in meiner Vita mitführe war es also der zweite Grund, der mich zum Yeti auf Laufschuhen mutieren ließ. Und was soll ich schreiben: Das Laufen tat gut. Der Jahresabschlußlauf mußte einige Gedanken sortieren. Zum Beispiel den, dass ich Morgen meinen letzten Arbeitstag am gewohnten Ort bestreiten werde, bevor es am 2. Januar an neuer Stelle weitergeht. Komisches Gefühl nach 12 Jahren. Oder, was wünscht man einem Freund für das neue Jahr, dessen Prognose schon das gemeinsame Frühstück nach Weihnachten als ein Wunder erscheinen läßt. Und, um mal zurück auf das Runde im Leben zu kommen: Was bringt uns das nächste Jahr mit dem RWE ? Natürlich ist auch in Essen Winterpause und der Ball ruht nicht nur im Forum, sondern auch in der Realität. Neben den nun stärker beanspruchten Alltagsthemen stehen immer noch der 11 Punkte Rückstand und die Stadionproblematik ganz oben auf der Liste. Laut einer Umfrage sind übrigens 95% aller Forumsuser mit den sportlichen Leistungen des Kalenderjahres 2008 unzufrieden. Tja, kommentarlose Zustimmung. Nur, was haben die anderen 5% gesehen?. Soweit und so schlecht das sportliche. Die Stadionfrage hat mal wieder einen netten kleinen Nebenschauplatz eröffnet: Der RWE und der benachbarte RWO sollen gemeinsam ein Stadion betreiben. Natürlich findet dieser Plan keinen großen Zuspruch, hat doch der RWE in Liga 4 noch immer mehr Zuschauer im Durchschnitt als der Nachbar RWO in Liga 2. Das deren Stadion allerdings auch mehr als sanierungsbedürftig erscheint, ist mir noch lebhaft in Erinnerung. Und so war der Sturm der Entrüstung nicht wirklich groß. Ich stelle mir gerade vor, was los wäre, wenn in Richtung andere Stadtgrenze gedacht würde. Ich habe mir den Gedanken trotzdem einmal plakativ vor Augen geführt und das „Stadion“ zwischen Oberhausen Mitte und Essen Frintrop plaziert. Und da „O“ und „E“ als Umlaut „Ö“ ergeben, ist der Name Programm. Ja und dann quält mich ja noch hier in der Heimat ein Gedanke: Der SV Eintracht mischt wider Erwarten die Liga auf, die Jahreshauptversammlung rückt näher, ein Lizensierungsverfahren und damit eine klare Positionierung seitens der Verantwortlichen auch. Fragestellung an selbige ist ganz einfach: Wo sind die Pokalgelder abgeblieben, und wird ein sportlich möglicher Aufstieg auch wirklich in Erwägung gezogen. Und, vielleicht sollten sich doch auch mal die Verantwortlichen der Stadtteilvereine wie Vorwärts und der VfL WE Gedanken darüber machen, ob ihre grandiose Jugendarbeit nicht doch eines Tages Früchte tragen soll für Nordhorn und einen gemeinsamen Verein. So schlägt der SV Eintracht nach unten keine Wurzeln, und die beiden genannten Vereine bekommen nach oben hin keine Blätter an den Vereinsbaum. Zum Schluß war ich trotz der spannenden Gedanken heilfroh, wieder zu Hause angekommen zu sein. Das war doch schon sehr kalt.

Frohe Weihnachten

Auch in diesem Jahr wieder, und weil er so schön und auch so wahr ist: Der Brief der kleinen Virginia O`Hanlon aus New York an die „Sun“ aus dem Jahre 1897 und die Antwort des Redakteurs. Bis 1950 wurde dieser Brief jedes Jahr in der „Sun“ gedruckt und seit 1977 führt die „WamS“ diese Tradition fort (seit 2007 auch „ISDT“):

„Mit Freude antworten wir sofort und auf die in ihrer Weise herausragende Mitteilung unten und drücken gleichzeitig unsere große Befriedigung aus, dass ihr gewissenhafter Autor zu den Freunden der Sun zählt:

„Lieber Redakteur: Ich bin 8 Jahre alt.
„Einige meiner kleinen Freunde sagen, dass es keinen Weihnachtsmann gibt.
„Papa sagt ’Wenn du es in der Sun siehst, ist es so.‘
„Bitte sagen Sie mir die Wahrheit; gibt es einen Weihnachtsmann?
„Virginia O’Hanlon.
„115 West Ninety-fifth Street.“

Virginia, deine kleinen Freunde haben unrecht. Sie sind beeinflusst von der Skepsis eines skeptischen Alters. Sie glauben nichts, was sie nicht sehen. Sie denken, dass es nichts geben kann, was für ihren kleinen Geist nicht fassbar ist. Alle Gedanken, Virginia, ob sie nun von Erwachsenen oder Kindern sind, sind klein. In diesem unseren großen Universum ist der Mensch vom Intellekt her ein bloßes Insekt, eine Ameise, verglichen mit der grenzenlosen Welt über ihm, gemessen an der Intelligenz, die zum Begreifen der Gesamtheit von Wahrheit und Wissen fähig ist. Ja, Virginia, es gibt einen Weihnachtsmann. Er existiert so zweifellos wie Liebe und Großzügigkeit und Zuneigung bestehen, und du weißt, dass sie reichlich vorhanden sind und deinem Leben seine höchste Schönheit und Freude geben. O weh! Wie öde wäre die Welt, wenn es keinen Weihnachtsmann gäbe. Sie würde so öde sein, als wenn es dort keine Virginias gäbe. Es gäbe dann keinen kindlichen Glauben, keine Poesie, keine Romantik, die diese Existenz erträglich machen. Wir hätten keine Freude außer durch Gefühl und Anblick. Das ewige Licht, mit dem die Kindheit die Welt erfüllt, wäre ausgelöscht.Nicht an den Weihnachtsmann glauben! Du könntest ebenso gut nicht an Elfen glauben! Du könntest deinen Papa veranlassen, Menschen anzustellen, die am Weihnachtsabend auf alle Kamine aufpassen, um den Weihnachtsmann zu fangen; aber selbst wenn sie den Weihnachtsmann nicht herunterkommen sehen würden, was würde das beweisen? Niemand sieht den Weihnachtsmann, aber das ist kein Zeichen, dass es den Weihnachtsmann nicht gibt. Die wirklichsten Dinge in der Welt sind jene, die weder Kinder noch Erwachsene sehen können. Sahst du jemals Elfen auf dem Rasen tanzen? Selbstverständlich nicht, aber das ist kein Beweis, dass sie dort nicht sind. Niemand kann die ungesehenen und unsichtbaren Wunder der Welt begreifen, oder sie sich vorstellen. Du kannst die Babyrassel auseinander reißen und nachsehen, was darin die Geräusche erzeugt; aber die unsichtbare Welt ist von einem Schleier bedeckt, den nicht der stärkste Mann, noch nicht einmal die gemeinsame Stärke aller stärksten Männer aller Zeiten, auseinander reißen könnte. Nur Glaube, Phantasie, Poesie, Liebe, Romantik können diesen Vorhang beiseite schieben und die himmlische Schönheit und den Glanz dahinter betrachten und beschreiben. Ist das alles wahr? Ach, Virginia, in der ganzen Welt ist nichts sonst wahrer und beständiger. Kein Weihnachtsmann! Gottseidank!, er lebt, und er lebt auf ewig. Noch in tausend Jahren, Virginia, nein, noch in zehnmal zehntausend Jahren wird er fortfahren, das Herz der Kindheit zu erfreuen.“

Vorfreude

Vorfreude bedingt Ungeduld, bei mir jedenfalls. Und damit ein krasser Widerspruch zum Wunsch, alles einmal etwas ruhiger angehen zu lassen. Der Grund für diese Vorfreude ist schnell erklärt: U2 kommt Ende Februar mit einer neuen CD. Endlich! Das neue Werk wird „No Line On The Horizon“ heißen, und paßt für mich in die momentane Stimmungslage: Auch hinter dem Horizont wird es weitergehen. Musikalisch soll der Weg wieder in Richtung experimenteller „Geschichten“ wie „Achtung Baby“ gehen. Da bin ich aber höchst gespannt, haben mir doch die beiden letzten Alben außerordentlich gut gefallen. Übrigens, was sind schon vier Jahre Warten auf ein neues Werk von Sir Bono und Co.: In dieser Zeit steigt der RWE mindestens einmal auf und zweimal ab. Wer sich nun stets aktuell auf den neuesten Stand in Sachen U2 CD bringen möchte, wird weiterhin hier bestens und unglaublich umfassend informiert.

Winterpause

Wieso heißt nach Abschluß der Hinrunde der Erstplazierte in einer Liga Herbstmeister, obwohl es doch bedeutet, dass die Liga in die Winterpause „geht“ ? Gut, daß aber nur am Rande, fiel mir gerade ein. Es wird sein wie immer: Der Spielbetrieb hierzulande ruht, und sobald er wieder aufgenommen werden sollte, fällt er aus. Ich freue mich jetzt schon wieder auf die Berichte von Fußballreisenden, die sich über die Feiertage gen England aufgemacht haben. Übrigens habe ich mir heute nach langer Zeit wieder die Printausgabe des Kickers gekauft. Nicht nur Zeitmangel hat dazu geführt, dieses Relikt der Fußbballberichterstattung ungelesen in den Regalen liegen zu lassen: War der SV Eintracht höchstens noch als Tabellenbestandteil existent, hat es auch der RWE in den allerletzten Teil der aktuellen und „losen“ Berichterstattung geschafft. Man mag ja nicht jede Woche mit der traurigen Ligawahrheit konfrontiert werden. Der Fußball ruht also, und Morgen ist Heiligabend: Zeit des Wünschens, der Erwartungen und der Hoffnungen. Und eigentlich sind doch alle Wünsche erfüllt, wenn jemand entgegen aller Prognosen noch dieses Weihnachtsfest erleben darf. Und doch schmerzt der Umstand, daß ein Abschied jeden Tag ein Stückchen näher rückt. Umso wichtiger vielleicht in diesem Jahr die Botschaft von Weihnachten, daß den Menschen ein Wunder passiert, welches sich nicht in Umsatzzahlen messen läßt. Kommt also eine Trennung auf mich zu, die möglichst lange auf sich warten läßt, so ist die Trennung vom bisherigen Arbeitsbereich in vollem Gange. Auch hier galt und gilt es Abschied zu nehmen von vielen Dingen, die ein Leben mitunter prägen. Aber, dieser Abschied war zumindestens gewollt (….) und wird mich den beruflichen Alltag in Zukunft von einer anderen Sichtweise her betrachten lassen. Eigentlich, und in der Summe des Erlebten, ist der Begriff „Winterpause“ der falsche für diese doch recht persönlichen Gedanken. Vielleicht würde eher der Begriff „Momentaufnahme“ dazu passen, gibt es leider heutzutage keine Pause mehr. Das „Ventil“ Fußball legt zwar eine Pause ein, daß alltägliche Leben dafür aber noch einen Zahn zu. Komischerweise genau dann in der Vorweihnachtszeit, wo doch am ehesten der Moment gekommen ist, um den Dingen des Alltages in Erwartung des heiligen Abends etwas gelassener und ruhiger zu begegnen. Mein Wunsch an dieser Stelle: Wir drehen alle nicht mehr ganz so schnell „am Rad“ und dafür wird durchgespielt.

Elder statesman

Markenzeichen gleich Rauchzeichen. Zudem das spitze „S“ , ein ebensolcher Verstand, der bei kalter Witterung durch einen Elblotsenhut geschützt wird. Die Rede ist natürlich von Helmut Schmidt, der Morgen am 23. 12. seinen 90. Geburtstag feiert. Herzlichen Glückwunsch einem ehemaligen Staatsmann, dem ich mich erst jetzt, lange nach seiner aktiven politischen Laufbahn angenähert habe. Vielleicht auch bedingt durch die Verfilmungen zur Hochwasserkatastrophe in Hamburg und zur Entführung der Landshut. Durch die aktuellen Sendungen zum Geburtstag von Helmut Schmidt wird übrigens auch die famose schauspielerische Leistung von Christian Berkel unterstrichen, der neben der frappierenden Ähnlichkeit auch Mimik und Gestik perfek dargestellt hat. Vielleicht ist es aber nicht nur das Alter und die nun oftmals zitierte Altersmilde, die einen Bundeskanzler schon lange außer Dienst wieder so wichtig machen. Ich denke, es sind eher die Werte für die ein Helmut Schmidt einsteht, wie seine klare „Denke“, die Traditionen, der Stolz auf die Herkunft und die unnachahmliche Art, sich bei einer schwierigen Frage zwei Lungenzüge Zeit zu lassen, ehe eine von Qualm begleitete Antwort sagt, was Sache ist.

Eisige Stimmung

und Elf Punkte Rückstand auf den einzigen Aufstiegsplatz in Liga 3. So stellt sich die Stimmung rund um die Hafenstrasse in Essen dar. Vielleicht sind die Gehälter auch in der vierten Liga noch zu hoch, als das sich die Spieler mit aller Macht und sportlichem Vermögen dafür einsetzen würden, diese Liga zu verlassen. Ich bin einmal gespannt, welche der vielen Baustellen (Mannschaft, Schulden,Stadion) nun in der Winterpause angegangen werden, um zumindestens auf einer ein imaginäres „Richtfest“ feiern zu können. Den Blick in das RWE Forum habe ich mir in den letzten Tagen weitestgehend erspart, den Tenor konnte ich mir auch so vorstellen. Zumal das sportliche definitiv in den Hintergrund rückt, wenn sich Lene nach einem Unfall zur OP beim Zahnarzt wiederfindet. Aber, sie hat Glück im Unglück gehabt. Kein Glück hatte ich übrigens mit dem Versuch, dem Stadionbau in Essen aus eigenen Mitteln unter die Arme greifen zu können: Nicht eine der Zahlen war richtig. Ich hoffe aber trotzdem, dass in Essen nicht die rot – weissen Lichter ausgehen.

6 aus 49

das Spiel gegen den VfB Oldenburg brachte dem heimischen SV Eintracht nicht nur drei Punkte, sondern auch die Lottozahlen des kommenden Wochenendes: 9-14-8-4-2-11. Ich spiele kein Lotto, diesen Wink des Schicksals von „ODE“ aus Oldenburg nehme ich aber spaßeshalber mal war. Die Quote dann Montag…….oder aber auch nicht…..

Strohhalme

Aufgeben ist nicht, denn laut meiner Prognose wird am Freitag gegen die überaus sympathischen Sportfreunde aus Lotte ein Sieg herausspringen, werden die kleinen Teufel das gefühlte Derby in Worms, sowie auch Dortmund und der SC Verl ihre Spiele verlieren . Darauf tippen würde ich aber nicht, was daraus wird, entnehme ich nach jedem Bundesligaspieltag der aktuellen Kicktipp.de Tabelle. Nein, ich vermag mich einfach noch nicht damit abfinden, daß die 9 Punkte das Ende aller Aufstiegshoffnungen sein sollen. Sicher ist dieser Kader nicht optimal besetzt, um die Liga zu dominieren, vielleicht aber ist auch Herr Kulm ein zu netter Trainer. Fakt aber ist, die Spieler tragen nicht nur das RWE Enblem auf der Brust, sondern darüber auch einen Meisterstern und die Verpflichtung, für einen Verein aufzulaufen, bei dem nur drei Buchstaben genannt werden müssen, und jeder weiß wer gemeint ist. Zudem zeigt uns jawattdenn einmal mehr, das was war und das am Ende des Tunnels noch ein kleines Fünkchen Hoffnung besteht.

Fußballgott

Phase 1: Mitte der ersten Halbzeit beim Spiel SV Eintracht gegen den VfB Oldenburg: Freistoß für den SV Eintracht, dieser gerät zu balltechnischem Freiwild und wird von einem Mitspieler in Richtung bitterkalter Dezemberhimmel abgeschlossen. Der direkt daneben postierte VfB Block skandiert lautstark in Richtung Eintracht Spieler „Fußballgott,Fußballgott“. Das hat Stil und Witz. So soll Anfeuerung sein. Ansonsten blieb dieses, als Risikospiel eingestuftes, Spitzenspiel recht ruhig und auch die avisierte „dritte Partei“ aus dem Emsland wurde vor den Stadiontoren abgefangen. Dazu blieben die 3 Punkte hier in der schönen Grafschaft, denn der SV Eintracht gewann ein Spiel, welches unter den Platzverhältnissen und dem Unparteiischen litt, ungewohnt mit 1:0. Das fast zeitgleich stattfindende Heimspiel der Bundesligahandballer verhinderte zwar eine größere Kulisse, aber dank der Fans aus Oldenburg dürfte eine vierstellige Zahl Zuschauer im Stadion gewesen sein.

Phase 2: Exakt zeitgleich wurde an der Hafenstrasse das Verfolgerduell zwischen dem RWE und den kleinen Borussen aus Dortmund angepfiffen: Knapp 7200 Fans waren zugegen, als sich die Hoffnungen nach 6 Punkten vor dem Fest in Schall und (Weih)Rauch auflösten: Nach 0:2 Rückstand erkämpften sich die RWE Spieler eine 3:2 Führung in der 70. Minute. Und alles wäre gut gewesen, wenn nicht zwischen der ab der 87. und 92. Minute noch zwei Tore für die Borussen gefallen wären. Endstand nun das Eintracht Standartergebnis von 3:4. Ein verlorenenes Spiel und doch viel mehr: 9 Punkte Rückstand auf den Tabellenführer bedeuten wohl das vorzeitige Ende aller Aufstiegsträume in Essen. Und Freitag, ja da wird dann endgültig die Minuskulisse erwartet werden dürfen. Wir sind trotzdem dabei. Mann gönnt sich ja sonst nichts. Im Forum wird das Spiel gewohnt drastisch abgefrühstückt. „Watt ne Kacke“

Phase 3: 65 Minuten Live Fußball am Heideweg, die letzten erschreckenden Sekunden an der Hafenstrasse per Live Ticker verfolgt: Ein Medium folgt noch, nämlich das Radio und die ewige Schlußkonferenz. Was war ich gespannt auf den vorletzten Satz von Manni Breuckmann, und was sagt er: Sinngemäß in etwa: Bleiben Sie dem Hörfunk treu. Klar, das machen wir, hätte ich auch einen Satz von epochalem Ausmaß erwartet. Vielleicht eine Liebserklärung in Richtung Sabine Töpperwien, wenn sich schon nicht zum RWE bekannt wurde.

***textilvergehen***

Es gilt mal wieder, das Augenmerk explizit auf einen Neuzugang in meinem Flankenball zu richten: Thor Waterschei hat es ja schon passend auf den Punkt gebracht: Fußball ist Kultur. textilvergehen nimmt diesen Ball auf und geht noch ein Stück weiter: Hier ist Fußball Kultur, Kunst und Mode. Dazu die Affinität zu einem Verein, den Eisernen aus Berlin vom 1.FC Union. Auf den Vereinsbezug mag man im ersten Moment gar nicht kommen, so zeitlos (Fußball-)grün das Design und klar strukturiert der Aufbau. Wenn es um die eisernen geht, darf andora natürlich nicht fehlen, der mich auch auf das textilvergehen brachte.

Lippen(s)bekenntnisse

Da saß Willi Lippens nun im Treppenaufgang der alterwürdigen Haupttribüne im Georg Melches Stadion und gab nur das wieder, was seit Jahrzehnten bekannt ist: Die Stadt Essen trägt auch ihr Päckchen, den sportlichen Niedergang der Stadt Essen betreffend. Diese in Form des Stadtdirektors gibt indirekt Versäumnisse zu, und auch Herr Hempelmann bekommt als Bauherr ohne Bau sein „Fett ab“ in dieser kurzren Reportage zum „Ist Stand“ bei RWE. Knackig auf den Punkt gebracht gibt sie das wieder, was alle wissen: Der RWE ist ein Verein mit enormer „Strahlkraft“, der Ligenunabhängig fasziniert, der aber seit Georg Melches nie mehr angemessen geführt wurde. Ein Verein, dem vor allem ein Nachteil durch die ungeklärte Stadionfrage entstanden ist. Und trotzdem keimt in der Person Thomas Strunz ein professioneller Hoffnungsschimmer in Richtung Zukunft. Und den Willi Lippens, den sollte man an der Hafenstrasse endlich wieder zurück ins Boot holen. So wie er über seine Verträge vor einigen Wochen in Bochum erzählt hat, das Stadion würde bald gebaut werden. Die Leistungen der sportlichen Angestellten in den letzten jahren wurden hier einmal bewußt ausgeklammert. Das ist eine weitere Reportage wert…

Zurück ins Funkhaus

So, ich hoffe viele Fußballfans haben gestern die Reportage auf WDR 3 gesehen. Auch der erste Beitrag hatte einen interessantes, wenngleich schmerzhaftes Thema: Manfred Breuckmann geht in Rente. In den Vorruhestand, genaugenommen. Wie man es auch nennt, auf jeden Fall werden wir ihn zwischen 15.30 und 17.15 Uhr nicht mehr aus den Stadien, vorzugsweise im Westen, zu Ohren bekommen. Kurt Brumme, Jochen Hageleit und nun eben Manfred Breuckmann. Gelebte Fußballreportagen. Während die beiden erstgenannten aus dem Studio moderierten, gibt Manfred Breuckmann den Keith Richards der Schlußkonferenz,aber im Hörfunk moderiert es sich auch unrasiert gut. Ja, so langsam beginnt einem das Leben die Dinge zu nehmen, die man mag. Aber, vielleicht kommt es ja noch zu einem Comback, so als freier Mitarbeiter. Und dann bin ich ja ganz gespannt auf seinen vorletzten Satz, denn da hat Manfred Breuckmann angekündigt, dass wir geneigten Hörer ganz besonders aufpassen sollen. Ich glaube, dass er sich dann „offenbart“, welchem Verein sein Dattelner Herz gehört: Und zwar wird Manfred Breuckmann Millionen Hörer mit der Tatsache überraschen , seit Kindesbeinen an RWE Fan zu sein……wirklich wichtigeres fällt mir nicht ein.

Das halbe Dutzend

Also was den RWE Kickern nicht gelingt, das bekommen die lokalen Kollegen des SV Eintracht eine Klasse tiefer umso besser hin: Beim BSV Rehden wurde gleich mit 6:0 gewonnen. Die Torquote eines Eintrachtspiels liegt nun schon bei 4,8. Vielleicht kommen nun auch mal die Nordhorner am kommenden Samstag zahlreich an den Heideweg, wenn es zum Topspiel gegen den VfB Oldenburg kommt. Um 14.00 Uhr beginnt das Spiel, und zeitgleich wird auch das Verfolgerduell an der Hafenstrasse in Essen angepfiffen. Vielleicht auch mal ein Spiel, welches die „Groundhopper“ rot in ihrem Kalender anstreichen können. Spätestens im Falle eines Sieges sehe ich die Vereinsführung in Zugzwang, um sich in Sachen Lizensierung zu erklären und vielleicht auch endlich einmal die weitere Vorgehensweise in Sachen Pokalüberschuß offenzulegen. Die Mannschaft hat es sich durch ihren Tabellenplatz redlich verdient.

Die Sache von Aufwand und Ertrag

Ich sollte noch besser die Spielpläne studieren: Freitagabend spielte der RWE beim FSV LU-Oggersheim. Wo? In Oggersheim, dort wo ein Altkanzler den Saumagen serviert. Oggersheim wiederum ist ein Stadtteil von Ludwigshafen. Und Ludwigshafen nun ist die „Schwesterstadt“ von Mannheim, nur durch den Rhein getrennt. So, da haben wir Verwandtschaft und ich mein Kommen inklusive Übernachtung angekündigt! Wenn der RWE im Südweststadion spielt, und zwar Ende Mai nächsten Jahres. Dumm nur, das ich Hin und Rückrunde verwechselt habe. Das Ludwigshafener Südweststadion konnte ich übrigens schon vor 25 Jahren bewundern, bei einem Saisonvorbereitungsspiel des damaligen frischgebackenen Sensationsaufsteiger SV Waldhof Mannheim. Wenn ich die Berichte der mitgereisten Fans querlese, hat sich am Stadion seither nicht viel getan. Abgesehen von einem neuen Fanblock für Gastmannschaften und neuer Tribünenbestuhlung. Stadionsharing scheint in der Region übrigens groß in Mode zu sein: Spielte der Waldhof lange Zeit im Südweststadion, so sind aktuell die Hoffenheimer Gast in Mannheim. Und als guter Mieter hält man den „Hausherren“ Waldhof durch eine Finanzspritze am Leben. Aber, ich schweife merklich ab. Vielleicht auch um einen weiteren schwachen Auswärtsauftritt der RWE`ler zu vertuschen. Es langte nämlich nur zu einem 1:1 Unentschieden. Ein „nur“ ist natürlich immer nur in Verbindung mit den eigenen Ansprüchen zu sehen. Grundsätzlich könnte ich mich ja auch einfach nur freuen, dass in der Fremde nicht verloren wurde. Der Trainer bemängelte nach dem Spiel, dass seine Spieler bei schwerem Boden viel Aufwand betrieben haben, aber nicht mehr zählbares als das eine Tor durch Markus Kurth dabei herauskam. Die Oggersheimer dagegen lutschen immer noch frustriert an ihrem Saumagen, denn auch sie haben viel Aufwand betrieben, um eine große Zuschauermenge in die „Riesenschüssel“ gegen den Magneten der Liga zu locken. Der Ertrag lag bei mageren 1150 Zuschauern. und selbst daran soll auch wieder indirekt Herr Hopp schuld sein. Mich wundert, daß sich unser Vorsitzender hier in Nordhorn noch nicht auf diese Argumentationsebene begeben hat. Seis drum, um einigermaßen ruhige Weihnachten zu erleben müssen aus den nächsten beiden Heimspielen gegen den BVB II und die Sympathieträger aus Lotte zwei Siege her.

Nachholspielniederlage

Also zwischen Bronchitis und Berufitis fällt mir nur eine optische Aufbereitung der gerade „erlittenen“ Niederlage des RWE bei der Zweiten von Bayer Leverkusen in Köln ein. Schade, immer wenn der Heimerfolg untermauert werden kann, greift die Auswärtsschwäche. Und das wankelmütige Gebilde Umfeld tendiert wieder zur Schwarzmalerei. Ich aber auch, denn ich hatte fest mit einem Sieg gerechnet. Schließlich sind die Kicker aus Oggersheim auch nicht zu unterschätzen. Mist!